Wenn nichts mehr geht

Das lange Warten…Termine bei Arzt und Physiotherapeut, MRI und danach die Diagnose: Band angerissen!

Bereits vor dem Zermattmarathon ahnte ich nichts gutes aufgrund der Schmerzen im linken Fussgelenk. Aber wie es so ist, wenn es ja irgendwie geht, läuft man weiter und weiter und weiter….

Nun ist es amtlich, schonen und kein laufen mehr. Nicht einmal walken. Was tun in der Angst? Klar, man wechselt ganz einfach die Sportart und geht auf’s Bike. Eigentlich eine recht tolle Alternative, jedenfalls wenn es draussen noch einigermassen warm ist und die Sonne scheint. Plötzlich macht es Spass, die altbekannten Trails mit dem Bike zu erkunden und Neues dazu zu lernen. Auch wenn das Laufen mein ein und alles ist, das Bike hat seit einigen Wochen einen hohen Stellenwert in meinem Leben erhalten. Und ich freue mich nun umso mehr auf den Frühling, wenn Pfade wieder fahrbar sind und neue Herausforderungen auf mich warten.

Bis Januar muss ich mich mich gedulden, was schwerfällt, schön wäre es doch jetzt über dem Nebelmeer über die Berge zu tanzen, den Kopf leerfegen und den Puls raufdrehen. Aber ich gedulde mich…arme Mitmenschen welche mich noch so lange ertragen müssen 🙂

 

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Waffenlauf Frauenfeld

Frauenfelder 2

Ein Erlebnis der speziellen Art, ist der Start beim Frauenfelder Waffenlauf. Einige Sekunden lang ist es still….ein Blick um mich herum zeigt, dass sich fast alle anderen Starter auch die Ohren zuhalten.

BUUUUMMM….der Knall der Kanone ist irrsinnig laut…los geht’s!

Wir laufen los, langsam…es geht ja noch 42km weiter..also nichts überstürzen. Schon kurz nach dem Start geht es leicht bergauf, der erste Hügel wird noch mit Bravour genommen…es folgen noch etliche mehr bis wir endlich in Wil ankommen, bei der Halbmarathonmarke. Hier starten rund 2 1/2 Stunden nach unserem Start in Frauenfeld die Halbmarathon-Läufer. Wer das Glück hat und Wil vor den zweieinhalb Stunden erreicht, kann sich auf eine Welle von Läufer freuen welche dich überholen. Spannend und zum Teil auch sehr unterhaltsam, vor allem wenn man einige der Läufer kennt. So kam es dann auch, links und rechts schossen die schnellen Halbmarathonis an mir vorbei…vergessen waren da die etwas müden Beine von den ersten 21km..viel gab es zu sehen, zu winken und „guten Lauf“ zu wünschen. Erst ab km 30 kehrte auf der Strecke wieder etwas Ruhe ein, Zeit also, für einen kurzen Rundumcheck…Füsse: Geht so…Beine…ok…Kopf…jawoll! Also alles in Ordnung, solange der Kopf will..komme ich ans Ziel. Und da steht auch schon mein Vater am Strassenrand mit Tee und Cola. Dieser hat mich nämlich überrascht am Start. Er ist den langen Weg bis nach Frauenfeld gekommen, hat das Bike auf’s Autodach gepackt und betreut mich nun unterwegs. Schon von weitem höre ich die Glocke die er mit sich trägt und sehe ihn in den blauen Velokleidern am Strassenrand stehen. Das gibt so was von Motivation! Einen Schluck Cola und aufmunterndes Lächeln von Vater und weiter geht’s…es sind nur noch einige Kilometer bis ins Ziel. Neben mir läuft ein Halbmarathoni der gar nicht mehr frisch aussieht…ich schliesse mich ihm an. Wir kommen ins Gespräch, er will seinen Kollegen beweisen, dass so ein Halbmarathon reine Kopfsache ist…und hat sich deshalb angemeldet…ich muss lachen…ja klar… 🙂 Marathon ja auch…also laufen wir zusammen und treiben uns an. Das Ziel ist schon greifbar, noch etwa 2 Kilometer, vor mir läuft Rena, sie macht ihren zweiten Marathon, so wie ich. Allerdings ihren ersten Waffenlauf…Hut ab…und dann gleich den Frauenfelder zu laufen! Plötzlich bleibt sie stehen, sie hat einen Krampf. Wir sind doch fast im Ziel…nur nicht aufgeben Rena, schnell hinsetzen, Bein hoch und drücken…Krampf wieder weg, weiter geht’s. Mein Vater ist schon im Ziel und wartet..ich mobilisiere meine letzten Kräfte, die Beine schmerzen nun doch, mein „fastnichtvorhandenes“ Marathon-Training macht sich nun bemerkbar..die letzten paar hundert Meter geht es bergab…Zähne zusammenbeissen…das Ziel ist nun zu sehen…und mein Vater steht hinter der Ziellinie mit Chantal zusammen die den Halbmarathon in Rekordzeit schon hinter sich gebracht hat…uuuuund geschafft! 4:54 ! Ich habe mein Ziel erreicht den Lauf unter 5 Stunden zu absolvieren.

Ich falle meine Vater in die Arme…seine Unterstützung ist einfach wahnsinnig!

Frauenfelder 1

Und eines ist ganz klar….ein Lauf wie der Frauenfelder ist definitiv ein unglaubliches Erlebnis und im nächsten Jahr auf jeden Fall in der Laufplanung 🙂

 

 

 

 

Jungfrau Marathon – 42,195 km – 1800 HM

Jungfrau MarathonGestern morgen um 05.00 Uhr. Aufstehen, Frühstücken und die letzten paar Sachen zusammenpacken. Um punkt 06.00 Uhr wurde in von meinem Eltern abgeholt. Los ging die Fahrt nach Interlaken zum Start des Jungfrau Marathons.

Total überdreht und aufgeregt war ich schon seit Tagen, nun da der Moment des Starts unmittelbar bevor stand, schlich sich das Gefühl von Unsicherheit ein. Hatte ich genug trainiert? Würde ich es schaffen als mein erster Marathon gleich den Jungfrau Marathon zu finishen?

Allmählich wurde mir schlecht, auf was hatte ich mich da bloss eingelassen. Wieso konnte ich mich nicht einfach an einem Strassenmarathon anmelden, wieso musste es unbedingt der Jungfrau Marathon sein? Diese und viele andere Fragen schossen mir durch den Kopf in den letzten paar Minuten vor dem Start. Ja gut, nun war es definitiv zu spät und ich stand nun da…mitten in 4000 Leuten die alle dasselbe Ziel hatten: Die kleine Scheidegg auf 2100 Meter. Sekunden später der Startschuss…. ich lief los…durch Interlaken hindurch…Massen von Zuschauer trugen uns durch die Strassen mit Klatschen und Rufen. Ich nahm mich zusammen und lief mein Tempo anstatt mich mitreissen zu lassen. Wer weiss wie Kraft ich am Schluss noch brauchen würde. Die ersten paar Kilometer vergingen wie im Flug, die ca. 400 Höhenmeter waren angenehm verteilt und zum Teil kaum merklich. Lauterbrunnen war erreicht und auch hier, viele Zuschauer und tolle Stimmung. Endlich waren die ersten 26 km hinter mir und ich freute mich auf die ersten richtigen Steigungen. Der Aufstieg nach Wengen empfand ich als weniger schlimm als befürchtet. Zwischendurch gab es immer wieder flache Abschnitte auf denen ich in einen langsamen Laufschritt verfallen konnte. Wengen kam und ging und eine weitere Steigung nahm ihren Anfang…herrlich den mittlerweile schmerzenden Hüften eine „Wanderpause“ gönnen zu können. Alphörner und Fahnenschwinger und natürlich viele Zuschauer machten die Strecke kurzweilig und liessen einen die km in den Füssen „fast“ vergessen.

Endlich der langersehnte Kontrollpunkt Wixi bei 37.9 km. Und die grosse Überraschung…anstehen beim Marathon…mitten auf der Strecke. NIchts ging mehr…im Trampelschritt ging es bergauf, die ganze Kraftsparerei war für gar nichts gewesen. Unendlich langsam ging es über die Bergwiese hinauf bis zur Moräne. Erst hier war wieder ein Überholen möglich. Zeitrahmen geplatzt…eine Zeit unter 6 Stunden war nun definitiv nicht mehr möglich. Plötzlich ein lautes Donnern, ein Lawine ging an der Steilwand runter. Unglaublich, für uns keine Gefahr aber das aus der „Nähe“ zu sehen ist doch imposant. Und es schien als würde auf den letzten 2 km die Überraschungen nicht enden. Am Ende der Moräne empfing uns doch tatsächlich ein Dudelsackspieler. Gänsehaut pur! In dieser Umgebung Dudelsack-Klänge..Wahnsinn. Nun ging es mit letzten Reserven in Richtung Loucherflueh, der höchste Punkt des Marathons. Und auch hier…wer nun Sportriegel oder Gels erwartet hat…lag falsch. Es gab beste Schweizer Schokolade 🙂 Ihr lieben Helfer…ihr seid HELDEN!

Nun die letzten paar hundert Meter, vorbei an ein einem kleinen See, man hört schon von weitem den Speaker im Ziel und wenige Schritte weiter….ZIEL! Geschafft! Mir wird eine Medaille umgehängt, es wird gratuliert man bekommt Getränke und sieht um sich herum nur glückliche Gesichter. Ein wahnsinnig emotionaler Moment, ich könnte schreien vor Glück 🙂 Dass die die Laufzeit knapp über 6 Stunden war, ist vergessen. Ich habe es tatsächlich geschafft. Mein erster Marathon ist Geschichte und nach dem Tag weiss ich sicher…es werden weitere folgen!

Vorfreude

Wenn du Nachts von den unmöglichsten Träumen heimgesucht wirst, das erste am Morgen was dir in den Sinn kommt 42 ist und das letzte wenn du ins Bett gehst, die Packliste für Samstag ist…..dann… ja dann kann es nicht mehr allzu lange dauern bis zum grossen Tag.

Dieser ist am Samstag….Jungfrau Marathon lässt grüssen. Endlich die sagenumwobenen 42.195 km unter die Beine nehmen.

Eine Mischung aus Vorfreude und Angst schon Tage im Voraus…schafft man die Strecke in der vorgegebenen Zeit? Was erwartet einen? Kommt der Einbruch wirklich bei km 35? Muss ich nun wirklich noch Salztabletten kaufen gehen? Wie? Umziehen in der Hälfte?? Reservekleidung? Nach dreieinhalb Stunden in Ziel…war kein Problem? 🙂

Wohl tausend Geschichten von Läufern durfte ich anhören, die besten Tipps und Tricks wurden mir mit auf den Weg gegeben in der Vorbereitungszeit…..jeder erlebt das Abenteuer Marathon anders.

Nun….bald kann ich meine eigene Marathon Geschichte schreiben….und egal wie es ausgeht…ein Abenteuer wird es auf jeden Fall 🙂

Jungfrau

Bis Stöcke brechen….

Am Freitag war wieder einmal eine neue Tour auf dem Plan. Punkt halb drei wurde ich von meinem Vater abgeholt und wir fuhren zum Ausgangspunkt in Balsthal.

Geplant war eine 20km Route von Balsthal über den Brunnersberg auf den Güggel und über Laupersdorf wieder zurück. Nach wenigen Kilometern erreichten wir bei rund 30 Grad Höngen oberhalb Laupersdorf. Von nun an gings zügig bergauf und rein in den Wald. Nun war auch die Temperatur erträglicher und wir kamen schnell vorwärts. Der Weg geht (zumindest wenn man nicht der Hauptstrasse folgt) über grüne Juraweiden mit atemberaubender Aussicht auf die Alpen und mit vielen Kühen, über Single Trails und Stock und Stein. Also genau nach unserem Geschmack 🙂

Nach ca. 10  km erreichten wir den höchsten Punkt unserer Tour, den Güggel auf rund 1200 m.ü.M. Von hier an gings bergab  🙂 Wir folgten dem Wanderwegweiser und fanden einen überwucherten Trail in Richtung Laupersdorf.

Nun war es nicht mehr weit, mit guter Geschwindigkeit kamen wir voran und da plötzlich…klack…der untere Teil meines Walkingstockes ist weggebrochen! Unfassbar, ein neuer Stock und hat gerade mal 17 km überlebt. Wie gut ist dies nicht in den Bergen passiert wo man sich auf den Stock verlassen muss. Nun ja..es waren ja nur noch knapp 5 km bis zum Auto…und klack….wenige Minuten später bricht auch noch der zweite Stock. Wenigstens waren jetzt beide wieder gleich lang… 🙂

Es war auf jeden Fall ein spezielles Erlebnis und auch die zwei Stockbrüche taten dem keinen Abbruch. Die wurden übrigens durch den Hersteller Kommentarlos zurückgenommen…..

2015-08-28 16.09.21

Heiss, heisser…aufgeben gilt nicht

Freitag Nachmittag, gefühlte 50 Grad im Schatten (natürlich nur 36 im Schatten) und wir haben eine tolle Strecke vor uns. Wir dachten dreiviertel davon ist im Wald….natürlich weit gefehlt…dazu später.
Der Plan war folgender, Start in Niederbipp, über das Feld nach Oensingen, rauf in die Alp, über die Tiefmatt auf die Höchi Flueh, zur Teufelsschlucht und wieder hinab nach Härkingen. Wunderschöne 20 km….
Geplant, gestartet…es war schon über 30 Grad um halb zwei und die ersten drei Kilometer über das Feld waren hart. Die Sonne brannte und es gab weit und breit keinen Schatten. Ein kurzer knackiger Anstieg und wir waren im Wald. Endlich kühler Schatten! Nun konnte es vorwärts gehen. Schnellen Schrittes ging es in Richtung Alp. Nach ca. anderhalb Stunden war diese auch schon erreicht….und wir standen wieder in der Sonne.
sonnenweg
Dies sollte sich auch nicht gross ändern bis zur Tiefmatt…langsam aber sicher machte sich unser Tempo und die Hitze bemerkbar. Jeder Brunnen wurde ausgenutzt für eine kurze Abkühlung.
brunnen
Endlich kamen wir wieder in den Wald, nach fast 12 Kilometer an der Sonne. Es ging an den Aufstieg auf die Höchi Flueh. Wunderschöne Waldwege, Brätelplätze und eine Waldhütte über dem Abgrund gebaut verliehen der Strecke immer wieder überraschende kleine Sehenswürdigkeiten.
aussicht höchi flueh höchi flueh
Schnell ging es wieder bergab und in die Schlucht hinein. Geschafft…kühlender Schatten und vor allem kühles Wasser für die Füsse 🙂
Füsse Bach
Nach rund dreieinhalb Stunden waren die 20 Kilometer mit knapp 800 Höhenmeter geschafft. Das nächste mal aber dann vielleicht am Morgen früh bei etwas kühleren Temperaturen… 🙂
papi ich

WOW….Swissalpine Davos

Unser Projekt als Staffelteam den T78 in Davos zu absolvieren begann schon im Frühling. Aus einer Idee wurde Ernst, die Anmeldung wurde gemacht und schon war er da…der Tag der Anreise. Freitag Nachmittag nahmen wir Abschied von Männern, Eltern und Hunden und machten uns auf nach Davos. Zwei aufregende Tage lagen vor uns, der Höhepunkt natürlich der T78 in Davos. 4 Etappen, unterteilt in 30, 10, 25 und 13 Kilometer. Da ich endlich einmal über die Halbmarathondistanz laufen wollte, hatte ich die Ehre die erste Staffel mit 30 km in Angriff zu nehmen.
Wir kamen also am Freitag Abend in Davos an, fanden unser Hotel auf Anhieb und den Rest der ganzen Lauftruppe welche schon früher am Tag angereist war. Feine Spaghetti, angeregte Gespräche und Vermutungen über die Laufzeit und Anreise in die Wechselzonen half gegen die aufkeimende Nervosität. Da mein Start schon morgens um 07.00 war, hiess es auch ganz früh ins Bett.
05.00 Uhr Samstag Morgen…Frühstück für mich…noch eine Stunde Schlaf für die restlichen drei. Ich bin nervös, Hunger habe ich keinen, aber in Hinsicht auf 30km musste ich was Essen. Ein letzter Gang ins Hotelzimmer, Laufklamotten an, Rucksack gepackt, die Frauen aus dem Bett geholt und ab ging es an den Start welcher nur wenige Hundert Meter entfernt war.
Morgenstimmung
Die Morgenstimmung war unbeschreiblich! So viele Läufer, so viele Hoffnungen, Ängste, Freude und Aufregung. Meine Nervosität wandelte sich allmählich in Angst um…was wenn ich die 30 km gar nicht laufen könnte? Hatte ich tatsächlich genug trainiert? Noch nie bin ich über die Halbmarathondistanz gelaufen. Allzu viel Zeit blieb jedoch nicht um mir Sorgen zu machen…3..2..1..Start 🙂
Ich laufe mit all den anderen los, viele davon werden die ganze Strecke alleine machen welche wir als Team aufgeteilt haben. Das hält sie jedoch nicht davon ab, ein Höllentempo einzuschlagen. Ich hänge mich einige Kilometer an und entschliesse mich dann aber, mein eigenes Tempo zu laufen. Ansonsten hätte das wohl ein unschönes Ende genommen 🙂 Unser Plan war eigentlich, dass die anderen des Teams mich nach 3.20 oder 3.30 in Filisur in Empfang nehmen sollten, Chipübergabe und die Teamzweite sollte dann sofort weiterrennen…..so der Plan….
Und wie es so ist…erstens kommt es anders…und zweitens als man denkt!
Nach 20km war mir dann klar, dass die ursprüngliche Zeit von dreieinhalb Stunden Geschichte waren. Wenn ich keinen Einbruch hatte oder sonst ein Problem, würde ich in rund einer Stunde in der ersten Wechselzone eintreffen…also rund 20 min früher als geplant.  Ich konnte also nur hoffen, dass mein Team rechtzeitig vor Ort sein würde. In der Zwischenzeit konnte ich aber den schönsten Lauf ever geniessen! Die Trails, das Auf und Ab, die Stimmung an der Strecke…Davos ist grandios 🙂 Noch nie sind mir die Kilometer so kurz vorgekommen, die Anstiege so mühelos und die Bergabläufe so schnell.  Man rennt über endlose hohe Brücken, durchquert riesige Felsen, vom Licht in absolute Dunkelheit für kurze Augenblicke…die Luft erfüllt vom Duft der Berge, Tannen und zugegeben auch Perskindol und anderer Mittelchen 🙂 Aber nichtsdestotrotz…dieser Lauf war bisher der eindrücklichste von allen.  Nach drei Stunden war ich kurz vor Filisur, die Wechselzone greifbar nah. Die letzten paar hundert Meter, ich setzte an zum Endspurt…und was sehe ich da? Gemütlich schlendert der Rest meines Teams vom Bahnhof in Richtung Wechselzone 🙂 Sie haben wirklich damit gerechnet, dass ich erst in 20-30 Minuten dort eintreffe. Ich schreie laut los…Chantal lauf!!!!!….die Leute drehen sich um, auch mein Team…und erschrickt wohl nicht schlecht. Chantal läuft los, zum guten Glück hat sie unter ihrem Trainer die Laufsachen und Startnummer schon an. Trainerhosen und Oberteil fliegen davon, wir treffen gemeinsam in der Wechselzone ein, der Chip wird übergeben und Chantal rennt los. Perfektes Timing!! Der Rest der Truppe trifft ein und wir können es nicht glauben…genialer Start in den Lauf und ich bin überwältigt! Ich habe es geschafft…30 km in 3 Stunden 05 min.
Nun hiess es aber schnell in den Zug um in die nächste Wechselzone zu kommen. Also wieder rauf zum Bahnhof und….es fuhr kein Zug! Wir standen da..das gibt’s doch nicht!! Wir haben den Fahrplan irgendwie nicht richtig gelesen, der nächste Zug fuhr erst in rund dreiviertel Stunden und das war wirklich zu spät. Was tun? wir rannten los zum Parkplatz…irgendwer fuhr doch sicher in Richtung Bergün. Und ja…wir hatten Glück, ein nettes Paar nahm unser Teammitglied in ihrem Auto mit und sicherte so die Übergabe des Chips in der zweiten Wechselzone.  Chantal konnte sogar noch einige Plätze gutmachen, trotz dem „Schockstart“ beim ersten Wechsel. Gemütlich konnten wir uns nun in Richtung Sertig Dorf auf den Weg machen. Dort fand der letzte Wechsel statt. Gespannt warteten wir auf Luzia welche die anstrengendste aller Etappen zu laufen hatte. Über die Keschhütte und den Sertigpass nach Sertig Dörfli hatte sie rund 1500 Höhenmeter zu bewältigen. Nach nicht einmal 4 Stunden kam sie auch schon angelaufen. Dieser Wechsel ging ohne Komplikationen über die Bühne. Nicole machte sich auf um die letzten 13 km zu bewältigen und für uns hiess es: schnell wieder nach Davos mit dem Bus wo wir gemeinsam den Zieleinlauf feierten.
Unbeschreiblich dieser Tag, all diese Eindrücke und Emotionen. Unser Glück und unsere Leistungen an diesem Tag. So einen Lauf als Team zu bestreiten war ein tolles Erlebnis und eines ist ganz klar, nächstes Jahr ist Davos ein fixer Termin….!
Startnummer