WOW….Swissalpine Davos

Unser Projekt als Staffelteam den T78 in Davos zu absolvieren begann schon im Frühling. Aus einer Idee wurde Ernst, die Anmeldung wurde gemacht und schon war er da…der Tag der Anreise. Freitag Nachmittag nahmen wir Abschied von Männern, Eltern und Hunden und machten uns auf nach Davos. Zwei aufregende Tage lagen vor uns, der Höhepunkt natürlich der T78 in Davos. 4 Etappen, unterteilt in 30, 10, 25 und 13 Kilometer. Da ich endlich einmal über die Halbmarathondistanz laufen wollte, hatte ich die Ehre die erste Staffel mit 30 km in Angriff zu nehmen.
Wir kamen also am Freitag Abend in Davos an, fanden unser Hotel auf Anhieb und den Rest der ganzen Lauftruppe welche schon früher am Tag angereist war. Feine Spaghetti, angeregte Gespräche und Vermutungen über die Laufzeit und Anreise in die Wechselzonen half gegen die aufkeimende Nervosität. Da mein Start schon morgens um 07.00 war, hiess es auch ganz früh ins Bett.
05.00 Uhr Samstag Morgen…Frühstück für mich…noch eine Stunde Schlaf für die restlichen drei. Ich bin nervös, Hunger habe ich keinen, aber in Hinsicht auf 30km musste ich was Essen. Ein letzter Gang ins Hotelzimmer, Laufklamotten an, Rucksack gepackt, die Frauen aus dem Bett geholt und ab ging es an den Start welcher nur wenige Hundert Meter entfernt war.
Morgenstimmung
Die Morgenstimmung war unbeschreiblich! So viele Läufer, so viele Hoffnungen, Ängste, Freude und Aufregung. Meine Nervosität wandelte sich allmählich in Angst um…was wenn ich die 30 km gar nicht laufen könnte? Hatte ich tatsächlich genug trainiert? Noch nie bin ich über die Halbmarathondistanz gelaufen. Allzu viel Zeit blieb jedoch nicht um mir Sorgen zu machen…3..2..1..Start 🙂
Ich laufe mit all den anderen los, viele davon werden die ganze Strecke alleine machen welche wir als Team aufgeteilt haben. Das hält sie jedoch nicht davon ab, ein Höllentempo einzuschlagen. Ich hänge mich einige Kilometer an und entschliesse mich dann aber, mein eigenes Tempo zu laufen. Ansonsten hätte das wohl ein unschönes Ende genommen 🙂 Unser Plan war eigentlich, dass die anderen des Teams mich nach 3.20 oder 3.30 in Filisur in Empfang nehmen sollten, Chipübergabe und die Teamzweite sollte dann sofort weiterrennen…..so der Plan….
Und wie es so ist…erstens kommt es anders…und zweitens als man denkt!
Nach 20km war mir dann klar, dass die ursprüngliche Zeit von dreieinhalb Stunden Geschichte waren. Wenn ich keinen Einbruch hatte oder sonst ein Problem, würde ich in rund einer Stunde in der ersten Wechselzone eintreffen…also rund 20 min früher als geplant.  Ich konnte also nur hoffen, dass mein Team rechtzeitig vor Ort sein würde. In der Zwischenzeit konnte ich aber den schönsten Lauf ever geniessen! Die Trails, das Auf und Ab, die Stimmung an der Strecke…Davos ist grandios 🙂 Noch nie sind mir die Kilometer so kurz vorgekommen, die Anstiege so mühelos und die Bergabläufe so schnell.  Man rennt über endlose hohe Brücken, durchquert riesige Felsen, vom Licht in absolute Dunkelheit für kurze Augenblicke…die Luft erfüllt vom Duft der Berge, Tannen und zugegeben auch Perskindol und anderer Mittelchen 🙂 Aber nichtsdestotrotz…dieser Lauf war bisher der eindrücklichste von allen.  Nach drei Stunden war ich kurz vor Filisur, die Wechselzone greifbar nah. Die letzten paar hundert Meter, ich setzte an zum Endspurt…und was sehe ich da? Gemütlich schlendert der Rest meines Teams vom Bahnhof in Richtung Wechselzone 🙂 Sie haben wirklich damit gerechnet, dass ich erst in 20-30 Minuten dort eintreffe. Ich schreie laut los…Chantal lauf!!!!!….die Leute drehen sich um, auch mein Team…und erschrickt wohl nicht schlecht. Chantal läuft los, zum guten Glück hat sie unter ihrem Trainer die Laufsachen und Startnummer schon an. Trainerhosen und Oberteil fliegen davon, wir treffen gemeinsam in der Wechselzone ein, der Chip wird übergeben und Chantal rennt los. Perfektes Timing!! Der Rest der Truppe trifft ein und wir können es nicht glauben…genialer Start in den Lauf und ich bin überwältigt! Ich habe es geschafft…30 km in 3 Stunden 05 min.
Nun hiess es aber schnell in den Zug um in die nächste Wechselzone zu kommen. Also wieder rauf zum Bahnhof und….es fuhr kein Zug! Wir standen da..das gibt’s doch nicht!! Wir haben den Fahrplan irgendwie nicht richtig gelesen, der nächste Zug fuhr erst in rund dreiviertel Stunden und das war wirklich zu spät. Was tun? wir rannten los zum Parkplatz…irgendwer fuhr doch sicher in Richtung Bergün. Und ja…wir hatten Glück, ein nettes Paar nahm unser Teammitglied in ihrem Auto mit und sicherte so die Übergabe des Chips in der zweiten Wechselzone.  Chantal konnte sogar noch einige Plätze gutmachen, trotz dem „Schockstart“ beim ersten Wechsel. Gemütlich konnten wir uns nun in Richtung Sertig Dorf auf den Weg machen. Dort fand der letzte Wechsel statt. Gespannt warteten wir auf Luzia welche die anstrengendste aller Etappen zu laufen hatte. Über die Keschhütte und den Sertigpass nach Sertig Dörfli hatte sie rund 1500 Höhenmeter zu bewältigen. Nach nicht einmal 4 Stunden kam sie auch schon angelaufen. Dieser Wechsel ging ohne Komplikationen über die Bühne. Nicole machte sich auf um die letzten 13 km zu bewältigen und für uns hiess es: schnell wieder nach Davos mit dem Bus wo wir gemeinsam den Zieleinlauf feierten.
Unbeschreiblich dieser Tag, all diese Eindrücke und Emotionen. Unser Glück und unsere Leistungen an diesem Tag. So einen Lauf als Team zu bestreiten war ein tolles Erlebnis und eines ist ganz klar, nächstes Jahr ist Davos ein fixer Termin….!
Startnummer

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2 Gedanken zu “WOW….Swissalpine Davos

  1. Heya, liebe Elly, da warst du ja schnell unterwegs – und das bei diesem Profil – super gemacht,hast deine Mitläuferinnen ganz schön in Schrecken versetzt. Davos – ein Ziel, das so viele schon vor vielen Jahren angesteuert haben und begeistert wieder zurück gekehrt sind, allerdings auf der langen Strecke.

    Tolles Erlebnis, du wirst noch lange davon zehren ! 😎

    Gefällt 1 Person

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