Jungfrau Marathon – 42,195 km – 1800 HM

Jungfrau MarathonGestern morgen um 05.00 Uhr. Aufstehen, Frühstücken und die letzten paar Sachen zusammenpacken. Um punkt 06.00 Uhr wurde in von meinem Eltern abgeholt. Los ging die Fahrt nach Interlaken zum Start des Jungfrau Marathons.

Total überdreht und aufgeregt war ich schon seit Tagen, nun da der Moment des Starts unmittelbar bevor stand, schlich sich das Gefühl von Unsicherheit ein. Hatte ich genug trainiert? Würde ich es schaffen als mein erster Marathon gleich den Jungfrau Marathon zu finishen?

Allmählich wurde mir schlecht, auf was hatte ich mich da bloss eingelassen. Wieso konnte ich mich nicht einfach an einem Strassenmarathon anmelden, wieso musste es unbedingt der Jungfrau Marathon sein? Diese und viele andere Fragen schossen mir durch den Kopf in den letzten paar Minuten vor dem Start. Ja gut, nun war es definitiv zu spät und ich stand nun da…mitten in 4000 Leuten die alle dasselbe Ziel hatten: Die kleine Scheidegg auf 2100 Meter. Sekunden später der Startschuss…. ich lief los…durch Interlaken hindurch…Massen von Zuschauer trugen uns durch die Strassen mit Klatschen und Rufen. Ich nahm mich zusammen und lief mein Tempo anstatt mich mitreissen zu lassen. Wer weiss wie Kraft ich am Schluss noch brauchen würde. Die ersten paar Kilometer vergingen wie im Flug, die ca. 400 Höhenmeter waren angenehm verteilt und zum Teil kaum merklich. Lauterbrunnen war erreicht und auch hier, viele Zuschauer und tolle Stimmung. Endlich waren die ersten 26 km hinter mir und ich freute mich auf die ersten richtigen Steigungen. Der Aufstieg nach Wengen empfand ich als weniger schlimm als befürchtet. Zwischendurch gab es immer wieder flache Abschnitte auf denen ich in einen langsamen Laufschritt verfallen konnte. Wengen kam und ging und eine weitere Steigung nahm ihren Anfang…herrlich den mittlerweile schmerzenden Hüften eine „Wanderpause“ gönnen zu können. Alphörner und Fahnenschwinger und natürlich viele Zuschauer machten die Strecke kurzweilig und liessen einen die km in den Füssen „fast“ vergessen.

Endlich der langersehnte Kontrollpunkt Wixi bei 37.9 km. Und die grosse Überraschung…anstehen beim Marathon…mitten auf der Strecke. NIchts ging mehr…im Trampelschritt ging es bergauf, die ganze Kraftsparerei war für gar nichts gewesen. Unendlich langsam ging es über die Bergwiese hinauf bis zur Moräne. Erst hier war wieder ein Überholen möglich. Zeitrahmen geplatzt…eine Zeit unter 6 Stunden war nun definitiv nicht mehr möglich. Plötzlich ein lautes Donnern, ein Lawine ging an der Steilwand runter. Unglaublich, für uns keine Gefahr aber das aus der „Nähe“ zu sehen ist doch imposant. Und es schien als würde auf den letzten 2 km die Überraschungen nicht enden. Am Ende der Moräne empfing uns doch tatsächlich ein Dudelsackspieler. Gänsehaut pur! In dieser Umgebung Dudelsack-Klänge..Wahnsinn. Nun ging es mit letzten Reserven in Richtung Loucherflueh, der höchste Punkt des Marathons. Und auch hier…wer nun Sportriegel oder Gels erwartet hat…lag falsch. Es gab beste Schweizer Schokolade 🙂 Ihr lieben Helfer…ihr seid HELDEN!

Nun die letzten paar hundert Meter, vorbei an ein einem kleinen See, man hört schon von weitem den Speaker im Ziel und wenige Schritte weiter….ZIEL! Geschafft! Mir wird eine Medaille umgehängt, es wird gratuliert man bekommt Getränke und sieht um sich herum nur glückliche Gesichter. Ein wahnsinnig emotionaler Moment, ich könnte schreien vor Glück 🙂 Dass die die Laufzeit knapp über 6 Stunden war, ist vergessen. Ich habe es tatsächlich geschafft. Mein erster Marathon ist Geschichte und nach dem Tag weiss ich sicher…es werden weitere folgen!

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Ein Gedanke zu “Jungfrau Marathon – 42,195 km – 1800 HM

  1. Glückwunsch, liebe Elly, der erste Marathon, was für ein denkwürdiger Tag und Lauf, du wirst ihn nie vergessen. Glückwunsch ! Das Profil ist ja auch nicht gerade das eines Stadtmarathons – geschafft ist geschafft !!

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